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Ein Cocktailtomaten-Gag-Ball

Endlich im Restaurant! Mein Magen hat schon geknurrt, bevor der Schatz und ich überhaupt erst zu diskutieren angefangen hatten, was wir heute Abend essen sollten.
Die Wahl ist auf eins unserer Standardrestaurants gefallen und dort sollte meine Geduld noch etwas weiter strapaziert werden. Erst wollte der Kellner unsere Bestellung aufnehmen, obwohl wir noch darauf warteten, dass man uns die Karte reichte (es ist zwar unser Standardrestaurant, aber die Karte ist erst frisch überarbeitet worden), dann war unsere Bestellung nicht in der Küche angekommen, sodass wir nach einer halben Stunde das Gleiche noch mal bestellten, und schließlich fehlte mir das passende Besteck zu meinen Bandnudeln.
Als ich endlich in mein Gericht stechen kann, pike ich als erstes in eine ganze Cocktailtomate, die in meiner Pisa-Soße schwimmt. Die Cocktailtomate ist ungewöhnlich groß und ich schiebe sie, ungeduldig und halb verhungert wie ich bin, in meinen Mund. Endlich!
„Ist das ein gag ball?“, fragt der Schatz mit einem Zwinkern.

„Hm?“, mache ich mit vollem Mund. Ich schaue mich im Restaurant um. Was für ein Gag? Was meint er?
„Ein gag ball – das ist ein Ball an einem Lederriemen, den man als Knebel nutzt.“
„Ach so“, ich schlucke runter und grinse, „du meinst die Tomate!“ Sofort habe ich ein Bild aus Pulp Fiction im Kopf: Bruce Willis und so ein roter Plastik- (beziehungsweise gag) Ball. Und das beim Abendessen. „Ich wusste nicht mal, dass das einen Namen hat.“
„Alles, was es gibt, hat einen Namen“, klärt mich der Schatz auf.
„Na gut“, wende ich ein, „aber ich habe mir noch nie Gedanken gemacht, was das Ding für einen Namen haben könnte.“
„Jetzt weißt du es.“
„Danke.“
„Ich habe schließlich einen Bildungsauftrag“, witzelt der Schatz.
„Und ich habe übrigens eine neue Kategorie auf meinem Blog, wo ich genau solche Sachen sammele.“
Wir lachen beide und vertiefen uns in unseren Nudeln.

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